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Betreuungsgeld bei „eingeschränkter Alltagskompetenz“

Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SAGES eG haben an einer Fortbildung zur Betreuung von Demenzkranken teilgenommen. Für deren Betreuung kann seit dem 1. Juli 2008 über die Pflegekassen finanzielle Erleichterung beantragt werden. Mit der Pflegereform erhalten Menschen, die an Demenz erkrankt sind, maximal rund 2.000 Euro im Jahr mehr als bisher für nötige Betreuungsleistungen. Sie bekommen die finanzielle Unterstützung nun zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt.

Das Geld steht Ihnen auch dann zu, wenn sie noch nicht einer Pflegestufe zugeordnet sind. Bei so genannter „eingeschränkter Alltagskompetenz“ gewährt die Pflegekasse ein Betreuungsgeld von maximal 2.400 Euro im Jahr. Aufgeteilt ist das Geld in einen Grundbetrag von 100 Euro im Monat und einen erhöhten Betrag von 200 Euro monatlich. Die höheren Zuschüsse können zum Beispiel für die Tagespflege oder die Nachtpflege genutzt werden. Wer welchen Betrag erhält, hängt vom nötigen Betreuungsaufwand ab und wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen festgelegt.

Für Pflegebdürftige mit „erheblicher Einschränkung der Alltagskompetenz“ – wie Demenzerkrankte – gibt es ab 2013 eine zusätzliche Leistung für die Betreuung.

 

Ihnen als Angehöriger, der (erfolgreich Pflegestufe I – III) oder auch nicht (Pflegestufe 0)) Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragt hat, aber keine zusätzlichen Betreuungsleistungen, empfehlen wir folgendes Schreiben an die Pflegekasse (bei Ihrer Krankenkasse angesiedelt): „Hiermit beantrage ich Leistungen nach § 45b der Pflegeversicherung (bei hohem allgemeinem Betreuungsaufwand) für den Versicherten (Vorname, Name und Versichertennummer)“. Bei einer erstmaligen Beantragung des zusätzlichen Betreuungsbetrags prüft die Pflegekasse von sich aus, in welcher Höhe (Grundbetrag {1.200 € jährlich} oder erhöhter Betrag {2.400 € jährlich}) diese gewährt werden.

Angehörige, die bislang noch keine Leistungen aus der Pflegeversicherung beantragt haben (mithin auch nicht den zusätzlichen Betreuungsbetrag), empfehlen wir, Leistungen aus der Pflegeversicherung und den zusätzlichen Betreuungsbetrag zu beantragen, da sie den zusätzlichen Betreuungsbetrag nur bekommen, wenn durch ein MDK-Gutachten die Pflegeversicherung die Pflegestufe 0 festgestellt hat.

Übersicht über die Leistungen:

 Pflegegeld
(Gesamtbetrag)
 Sachleistung
(Gesamtbetrag)
Zusätzliche Leistung
für Betreuung
Pflegestufe 0  120 Euro  225 Euro  100/200 Euro
Pflegestufe I  305 Euro  665 Euro  100/200 Euro
Pflegestufe II  525 Euro  1.250 Euro  100/200 Euro
Pflegestufe III  700 Euro  1.550 Euro  100/200 Euro